Achtung - du stehst auf einem Vulkan

Vulkangipfel Hoherodskopf

Hier stehen wir auf einem der zahlreichen ehemaligen Vulkanschlote, im Herzen des Vulkangebirges. Sonne, Eis und Regen haben in 10 Millionen Jahren die Landschaft so umgeformt, dass wir nur noch sanfte Hügelkuppen und keine schroffen Krater mehr erkennen können. Und doch stehen wir auf einer über 700m dicken Schicht erstarrten Vulkangesteins. Das damalige Vulkangebirge war so riesig, dass wir von hieraus 30 km in jede Richtung laufen könnten und uns immer noch auf dem Vulkan befänden!
Wenn die Vulkangesteine hier sprechen könnten, sie könnten Geschichten erzählen....

Und sie bewegt sich doch

Stell dir vor: Du stehst hier auf einer schwimmenden Insel, die kaum dicker ist als eine Eierschale. Diese treibt auf einem riesigen Meer, auf der weitere Schollen von der Strömung in verschiedene Richtungen gezogen werden. Sie treffen sich, entfernen sich voneinander, stoßen zusammen, schieben sich übereinander – eine taucht in den Untergrund, während die andere angehoben wird… Dazwischen knirscht es gewaltig, denn die Ränder der Inselscholle werden von dem Druck gestaucht und zu lauter Falten zusammengeschoben. Und hier ein Knall: Die Spannung, die sich aufgebaut hat, führt dazu, dass die Platte in der Mitte reißt. Kaum ist das geschehen, quillt flüssige Lava aus den Spalten und Vulkane beginnen sich aufzubauen. Diese sind ein kleines Weilchen aktiv  –  so ungefähr 5 Millionen Jahre, dann erlöschen sie wieder und werden von Wind und Wetter abgetragen, bis sie nur noch sanften Hügelkuppen gleichen.

Was ist das, fragst du jetzt: ein komischer Traum, ein neuer Katastrophen-Film? – Nein, das ist die Zeitraffer-Version der Entstehung des Vogelsberg-Vulkans, des größten Vulkanmassivs Europas, wie sie vielleicht der 300 Mio Jahre alte Gneisstein, der am anderen Ende des Geopfades steht, erzählen könnte. Denn diese Geschichte ist wahr, und sie macht deutlich, dass wir gar nicht auf so sicherem Boden stehen, wie wir uns das immer denken, sondern dass auch die Gesteine „leben“ und ständig in Bewegung sind. Nur wir sind es, die so winzig und vor allem auch so kurzlebig sind, dass wir mit unserem kleinen Menschenleben diese unvorstellbaren Bewegungen gar nicht begreifen können.

 

Wenn du wissen willst, wie es weiter geht und was genau es mit der sogenannten "Plattentektonik" auf sich hat, musst du die Basaltstation auf dem Geopfad am Hoherodskopf besuchen!