Steine haben ein hartes Leben

Der Gneis, ältester Stein der Welt

Warum seid ihr nicht einfach mal 400 Millionen Jahre früher gekommen? Da hättet ihr mich noch als fröhliches, weiches Magma erlebt, heiß und frisch aufgeschmolzen. Aber jetzt fühle ich mich doch etwas mitgenommen, vergneist sozusagen, denn ich habe in der Zwischenzeit einiges durchmachen müssen: Als ich mich etwas gefestigt hatte, wurde ich tief in den Erdmantel gedrückt, und ein ganzer Kontinent schob sich über mich. Der Druck war so gewaltig, dass sich die verschiedenen Kristallsorten, aus denen ich bestand, völlig umgeformt haben. Über mir bildete sich ein Gebirgssystem, das mich in die Länge zog und zusammendrückte. Es stauchte mich in immer neue Formen, ob ich wollte oder nicht. Ja ja, ihr glaubt mir nicht, das ich flexibel bin, weil ich so hart aussehe, aber sehr viele Gesteine sind flexibel: Wie ihr hier bei mir und meinen Mitsteinen an den Wellenlinien sehen könnt, sind wir ganz schön geknetet worden. Zugegeben – ihr hättet das nicht geschafft, denn die Kräfte, die dafür nötig sind, sind unvorstellbar groß. Und die nötige Geduld dafür hättet ihr auch nicht, denn einige 100 Millionen Jahre müsstet ihr dafür schon mitbringen!

Die Entstehung der Gesteine

Gesteine sind Zeugen der Erdgeschichte, sie können uns von der Vergangenheit der Erde erzählen und uns Hinweise geben auf Vorgänge, die wir nicht beobachten können, weil die Zeiträume, in denen Steine sich bewegen oder verändern, oft länger sind als die ganze Entstehungsgeschichte der Menschheit!
Gesteine werden nach der Art ihrer Entstehung in drei große Gruppen unterschieden, die in einem ständigen Kreislauf (siehe Bild) miteinander verbunden sind.

Wenn du mehr wissen möchtest über den Kreislauf der Gesteine und ihr Alter, dann komm auf den Geopfad am Hoherodskopf, Vogelsberg

copyright:

Kreislauf d. Gesteine: Johanna Voss, nach Dr. I. Guba
Foto + Text:
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