Zeitreise durch den Vogelsberg

Die Geschichte des Trachyt vom Rehberg - aus dem Tagebuch eines Zeitreisenden:

Wir schreiben das Jahr 17 Millionen vor Chr. Wir befinden uns auf einem Kraterrand östlichen des Hoherodskopf. Gebannt verfolgen wir ein Naturschauspiel am Rehberg, keine 15 km entfernt. Dort hatte sich in den letzten Wochen ein Krater mit Trachyt-Lava gefüllt und einen Lava-Dom gebildet. Ganz allmählich war dieser zähflüssige Dom größer und höher geworden und hatte sich bereits wie ein halbgarer Brotteig über den Kraterrand gewölbt.

Plötzlich reißt die dunkle Masse auf, es ergießt sich ein Strom aus gelb- und rotglühenden Lavabrocken über die Flanke des Berges. Erst dann erreicht uns der Schall: ein Knirschen und leises Rumpeln, was sich schnell zu einem Donnern steigert. Und dann baut sich bereits eine Glutlawine auf und reißt heiße Asche und glühende Gesteinsbrocken bis zur Größe von Kleinwagen mit atemberaubender Geschwindigkeit (über 100 km/h) ins Tal. – Kein Lebewesen konnte dem Gluthauch der giftigen Gasen entkommen, Bäume knickten ein von der ungeheueren Druckwelle, noch in 100 m Entfernung entzündeten sie sich am heißen Gluthauch und loderten jäh auf wie Fackeln. Und eine riesige, hellgraue Aschewolke stieg auf, hoch, immer höher, verdunkelte den Himmel und verdeckte den Weg der Zerstörung, den dieser Ausbruch angerichtet hatte.
- Diesen Ort hätten unsere Zeitreisenden nie entdeckten können, wäre da nicht eine Tiefbohrung gewesen, die uns dieses Stück Vulkangeschichte enthüllt hat.

Bohrtürme im Vogelsberg?

Wird hier nach Öl gebohrt oder gibt es andere Bodenschätze? In der Tat gibt es hier einen Schatz zu heben, aber keinen den man mit Lastwagen weg transportieren kann. Hier wird nach Wissen gebohrt, nach neuen Erkenntnissen über die Geschichte und die Entstehung der Erde und des Vogelsberg-Vulkans.

An dieser und vielen anderen Tafeln des Geopfades zwischen dem Hoherodskopf und Illbeshausen-Hochwaldhausen könnt ihr von den spannenden Entstehungsgeschichten rund um den Vogelsberg-Vulkan erfahren.

 

Bildnachweis:

Foto oben: Glutlawine beim Ausbruch des Mayon, Philippinen, C.G.Newhall/Wikipedia Commons
Foto unten: Tiefbohrung am Rehberg 207, Fr. Dr. Guba, Gießen